Tanz um die Mitte

„Tun ist ohnehin nie genug,
solange du das Sein vernachlässigst.“

(Eckhart Tolle)

Muße ist die Kunst Tun und Sein zu verbinden.

Wenn ich ehrlich bin, dann gelingt mir diese Einheit nicht so oft. Meistens bin ich entweder im Tun oder im Nicht-tun, es ist wie ein Tanz um die Mitte. Selten bin ich in der Mitte. Aber was ist überhaupt in der Mitte? Ist da noch Bewegung? Ist dann da noch Leben? Ist nicht der Tanz das Leben?

 

Wir sind nun seid bald drei Jahren am Tun, am Gründen der SCOLÉ. Das Gründungsprojekt ist ein Prozess: Aus anfänglichem Tun, Tun, Tun, wir nun langsam ein Tun, Tun, Sein… Tun, Tun, Sein…

 

Aber manchmal auch einfach ein Nicht-Tun. Manchmal ist bei dem einen oder anderen einfach keine Energie da, keine Kraft.
Dies können schwierige, unangenehme Momente sein, haben wir doch oft Glaubenssätze im Kopf, dass wir liefern müssten, tun müssten umzu…, uns genauso viel einbringen müssten wie die anderen, unseren Teil beitragen müssten…
Wir machen uns selbst ein schlechtes Gewissen, bewerten unser Bedürfnis mal auszuruhen, innezuhalten, uns in unser Schneckenhaus zurück zu ziehen als unproduktiv und schlecht.
Aber sind wir dann im Jetzt? Sind wir dann achtsam mit uns selbst? Jeder Wanderer muss auf seiner Wanderung Pausen einlegen, sich ausruhen und wieder Kräfte sammeln. Auch die Natur macht es uns in jedem Winter vor.
„Das wesentliche ist für das Auge unsichtbar“ – gilt das vielleicht auch für unsere Pausen auf unserem Weg durchs Leben? Und tun wir wirklich nichts wenn wir „nichts-tun“?

 

Und was macht das eigentlich mit unseren Kindern die 36 Wochen im Jahr, 5 Tage die Woche in die Schule gehen müssen? Ja, sie bekommen Pausen am Wochenende und in den Ferien, aber vielleicht liegen diese vorgegebenen Pausen ja nicht immer dann, wenn individuelle Pausen nötig wären?

 

An Schulen in Deutschland muss die Anwesenheitspflicht erfüllt werden. Aber Bildungsorte gründen, an denen unsere Kinder zumindest entscheiden können Wie und Womit sie ihre Zeit verbringen. Und wir können uns als Eltern und Lernbegleiter*innen innerlich bewusst machen, dass vermeintliches Nichts-Tun eine wichtige, unsichtbare Tätigkeit ist.

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